Die ganz spezielle Rolle der  Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit dem Erleben von Genussmomenten steht diesmal im Mittelpunkt meiner Betrachtungen.

Tagaus tagein bekommen wir so viel Buntes zu sehen und sind von so vielen Geräuschen umgeben, dass wir es gewohnt sind, einfach abzuschalten. Dabei kommt das Hinsehen und Hinhören oft zu kurz.

Hinhören, Hinsehen, Genießen

Wir lassen uns berieseln und richten die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf unsre Arbeit. Die vielen „Schau hin“-Angebote am Handy reichen für ein kurzes „Aha“  und schon sind sie vorbeigezogen.

Momente des Hinsehens werden immer kürzer

Hintergrundmusik, die beinahe überall aus irgendeinem Lautsprecher kommt, wird ebenfalls zur Kulisse. Wir bemerken ihre ständige Begleitung oft nur mehr, wenn sie uns ganz gegen den Strich geht oder wenn sie jemand plötzlich abgedreht hat (bei uns macht das manchmal meine Frau…zum Glück!)

Wie  fischst du nun aus diesem trüben Fluss an unbeachteten Eindrücken jene für Auge und Ohr heraus, die sich aus der Angebotsmasse hervorheben und sich für ein paar schöne Genussmomente eignen?

Zeit nehmen für den Genussmoment, wenn im Radio etwas gespielt wird, das dich berührt

Was dir positiv auffällt, hat höchstes Genusspotenzial !

Die wichtigste Voraussetzung ist, ein Gefühl dafür zu bekommen, was dich vom täglichen Überangebot an Tönen und bildlichen Eindrücken ganz individuell berührt.
Wenn sich aus dem musikalischen Hintergrundrauschen eine Melodie hervorhebt, die dich so richtig anspricht, dann gönn es dir, mit ganzem Herzen zuzuhören. 

Genieße den Moment und halte ihn, wenn möglich, fest für deine Playlist im Genussarchiv. Ich notiere mir solche unerwarteten Titel meistens auf meinem Notizblock am Smartphone, um mich später darum zu kümmern.

Sollte dir ein wenig das Gefühl dafür abhanden gekommen sein, welche Dinge für dich so „schön“ anzusehen sind und so „wohltuend“ klingen, dass dich dabei jederzeit ein stilles Glück erfasst, solltest du dich wieder einmal „updaten“.
Das bedeutet: sich die Zeit nehmen, genauer hinsehen und hinhören, wie der Stoff beschaffen ist, aus dem deine zukünftigen, ganz persönlichen Genussmomente für Ohr und Auge gestaltet sein könnten.

Ein bewusster Blick auf deine Bilddateien am Handy sagt dir, wofür du zu begeistern bist. Das sind wichtige Themen für deine ganz besonderen Genussmomente der Zukunft.

Wo hinsehen?

Kann man das Hinsehen trainieren ? Ein bisschen schon. Es gibt mehrere Möglichkeizen , jenen Szenen und damit verbundene Bildern auf die Spur zu kommen, die uns besonders leicht berühren, die uns „ansprechen“.

Ein Tipp für eine kleine Indoor-Trainingseinheit zum Thema „Hinsehen“:

Krame mal in Ruhe in deinen Bildarchiven am Smartphone, auf dem Laptop oder auf einer externen Festplatte. Vielleicht hast du ja auch eigene Fotobücher oder Bildbände im Haus. Suche dir etwa 100 Bilder aus, die dich „ansprechen“, die gute Gefühle in dir hochkommen lassen.
Das können schöne Erinnerungen sein, die auftauchen oder eine Szene, die dich schmunzeln lässt. Vielleicht sprechen dich Formen oder Farbkompositionen in manchen Bildern an oder die Motive lassen dich an Wünsche  denken, die in dir schlummern und ein Gefühl hoffnungsvoller Vorfreude wecken, vielleicht die Lust auf eine nächste Urlaubsreise.
Übernehme die besten Bilder in einen eigenen Albumordner auf deinem Handy oder Laptop.

Ich mache das immer wieder und poste viele dieser Lieblingsbilder, soferne sie nicht zu privat sind, übers Jahr an gute Freunde, z.B. über whatsapp. Dadurch werde ich mindestens zweimal pro Woche an schöne Augenblicke erinnert und erlebe gleichzeitig kleine Genussmomente. In diese Sammlung lassen sich auch schöne Bilder aus sozialen Medien aufnehmen, oder Links zu Youtube-Sequenzen, die du gerne siehst oder hörst.

Mein Tipp für eine Outdoor-Trainingseinheit zum Thema „Hinsehen“

 Erweitere deine visuelle Sammlung immer wieder um Eindrücke, die du auf einem Foto-Spaziergang hast, einfach mit dem Handy oder mit einem Fotoapparat. Damit trainiert man besonders gut seine Aufmerksamkeit für die kleinen Schönheiten.

Motive gibt es zur Genüge: im Garten, im Wald, in deiner Wohnumgebung, in deiner nächstgelegenen Stadt.  Schau dabei zum Beispiel einmal eher auf Farben, ein andermal auf Formen oder kreative Auffälligkeiten der Dinge, die du siehst. Die findet man sowohl in der Natur als auch in Dingen , die von Menschenhand gemacht sind.

Halte fest, was dich wirklich anspricht.
Bald wirst du herausfinden, was deinem Auge generell sehr gut tut. Das ist eine wichtige Vorbereitung auf die zukünftige Gestaltung und das Erleben regelmäßiger, visueller Genussmomente.

Schon eine kleine Fotosafari im eigenen Garten lehrt das Hinsehen und hält flüchtige Genuss-Momente fest

Wie ist das mit dem Hinhören?

Ähnliche Tainigsideen wie für das „Hinsehen“gibt es natürlich auch zum Thema „Hinhören“

Ein Indoor-Tipp gefällig ?

Wenn du zu Hause gerade ein wenig mehr Zeit nehmen kannst als sonst, mach dir mal eine Musikstunde. Schau dir deine Playlists auf deinem Smartphone oder Laptop an. Sind sie ein wildes Sammelsurium oder hast du System in deinen Wiedergabelisten? Vielleicht hast du ja auch eine CD- oder Plattensammlung, der ein bisschen Systematik gut tun würde.

 Höre dich ein bisschen durch und spür ein bisschen nach, welche Musikart dich in welche Stimmungslage versetzt. Was muntert dich auf, was macht dich ruhig. Ich sage immer, man kann nicht genug verschiedene Playlists für verschiedene Stimmungslagen parat haben. Es gibt nichts einfacheres, als sich mit einem guten musikalischen Genussarchiv zwischendurch gezielt Genussmomente zu genehmigen, die die Seele in die Schwingung bringen.

Wie bei den optischen Eindrücken ist es auch immer wieder sinnvoll, deinem Hör-Archiv Neues hinzuzufügen. Genuss lebt von der Abwechslung. Gehe auch mal auf Erkundungstour in Musikbereiche, die in deinem Repertoire kaum vorkommen. Bestimmt findest du auch hier etwas, das dich berührt. Das muss man einfach ausprobieren.

Ein gutes Musikarchiv in erreichbarer Nähe gehört zur Grundausrüstung des Genussmenschen

Zum Abschluss noch ein Outdoor-Tipp zum Thema Hinhör-Training:

Beinahe das ganze Jahr über, vor allem am Morgen und am Abend, ist die Natur voller Geräusche. Eine Amsel kennt man noch. Das Tschilpen der Spatzen genauso. Kohlmeisen oder Blaumeise? Da muss man schon ein bisschen besser auskennen.
Ich finde es immer spannend, was man alles zu hören bekommt, wenn man an Vorortgärten vorbei geht oder im Wald spaziert.

Mit etwas Übung gelingt es, die Töne den kleinen Sängern zuzuordnen. Dann ist ein Waldspaziergang umso genussvoller, denn man hat das Gefühl, die Natur ein bisschen besser zu verstehen. Plötzlich hört man nicht nur Vögel sondern gute Bekannte.

Und wie üben?

Im Internet gibt es – zum Beispiel auf youtube- gute Beispiele, die einem die gängigsten Sänger da draußen mit Bild und Ton aus der Nähe zeigen. Schön, dass man diese Beispiele mit hinaus nehmen kann.
Es gibt sogar Apps, die Vogelstimmen erkennen, wenn man das Handy in Richtung Gesangsstimme hält. Das ist aber nicht immer ganz einfach, weil ja nicht alle anderen den Schnabel halten, wenn man gerade an einer bestimmten Vogelstimme interessiert ist.   

Viel Spaß beim Hinhören und Hinsehen. Vielleicht geht es sich ja für dich aus, die eine oder Anregung auszuprobieren, und deine Aufmerksamkeit zu trainieren. Gerade die Outdoortipps machen auch Kindern viel Spaß. 

Und denk daran:

Gib dir den Genussmoment – Genießen bringt Glück

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